Bewerbungstipps

Nur wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie im Bewerbungsgespräch mit guter Selbstpräsentaion überzeugend und so erfolgreich Ihr Ziel erreichen!

Wie das funktioniert möchten wir Ihnen gerne vorstellen:


Selbstanalyse

Um herauszufinden, was Sie sich wünschen und wofür Sie geeignet sind, brauchen Sie eine Analyse von sich selbst.
Stellen Sie sich also folgende Fragen und beantworten Sie diese für sich:

Fragen und Beispiele:

Wo liegen meine Stärken?
  • Steuerrechtliche Themen
  • Kommunikation und Offenheit
  • Umgang mit Mandanten
  • Schnelles Aufnahmevermögen
  • Freizeitaktivitäten (Beispiel: Leitung einer Jugendgruppe lässt auf Führungsqualitäten schließen)
  • Arbeitszeugnisse, Feedback von Freunden und Familie
Tipp: Stellen Sie sich selbst die Frage: Welche Fähigkeiten müsste Ihr Nachfolger für Ihre derzeitige Position oder Tätigkeit mitbringen?

Welche Qualifikationen besitze ich?
  • DATEV- und Stotaxkenntnisse
  • Steuerwesen, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht
  • Jahresabschluss
  • Prüfungswesen
Welche praktischen Erfahrungen konnte ich bereits sammeln? 
Tipp: Besinnen Sie sich auf die für Ihren Wunsch-Arbeitsplatz relevanten Erfahrungen
  • Quereinsteiger? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen Sie schon?
  • Absolvierte Ausbildung?
  • Praktika im steuerberatenden Beruf?
  • Fort- und Weiterbildung?
  • Berufserfahrung?
  • Projekte?
  • Urlaubsvertretungen?
  • Persönliche Vereinsarbeit
Wie stelle ich mir den für mich perfekten Arbeitsplatz vor? 
  • Arbeitsplatz?
  • Führung?
  • Team?
  • Kultur in der Kanzlei?
  • Betriebsklima?
  • Größe?
  • Fortbildungsmöglichkeiten?
  • Ort? Stadt oder Land?
  • Verdienst?
  • Sozialleistungen? 
Wofür bin ich nicht geeignet?
  • Analysearbeiten
  • Datenpflege
  • Telefonkontakte
  • Organisation
Was möchte ich überhaupt nicht?
  • Überstunden
  • Teamarbeit 
  • Kontrolle
  • Stress 
  • Langer Arbeitsweg
  • Routine
  • Learning by doing
  • Druck zur Fortbildung
  • Persönliche Mandantengespräche 
Im Einstellungsinterview werden neben Ihren fachlichen Kompetenzen insbesondere Ihre persönlichen Stärken geprüft, da sie sich nicht aus den Bewerbungsunterlagen ableiten lassen. Überlegen Sie sich deshalb Beispiele, in denen Sie Ihre persönlichen Kompetenzen unter Beweis stellen können. 

Beispiele Persönlichkeitsmerkmale:
  • Arbeitsbereitschaft (Arbeitswille, Motivation) 
  • Engagement
  • Pflichtbewusstsein
  • Einsatzwille
  • Bereitschaft zur Weiterbildung
Arbeitsbefähigung (Leistungsfähigkeit = intellektuelle, psychische und körperliche Fähigkeiten)
  • Belastbarkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Wirtschaftliches Denken
  • Organisationsvermögen
Arbeitswille und Arbeitsstil
  • Selbständigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Sorgfalt
  • Sicherheit
Soziale Kompetenzen
  • Ehrlichkeit (Vertrauenswürdigkeit)
  • Kontaktfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
Tipp: Konzentrieren Sie sich auf maximal fünf Hauptstärken. Bereiten Sie sich auch auf die Frage nach persönlichen Schwächen oder Defiziten vor. Machen Sie sich bei Ihren Schwächen immer bewusst, dass jede Schwäche auch etwas Positives hat. Bei Defiziten (z.B. mangelnde Fachkenntnisse) sollten Sie ehrlich sein und mit dem Kanzleiinhaber gemeinsam besprechen, wie und in welcher Form Sie diese ausgleichen können.



Beispielfragen und was dahinter steckt:

Was verstehen Sie unter Teamarbeit?
Geprüft wird hier: Hilfsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Teamfähigkeit

Was erwarten Sie von mir als Kanzleiinhaber?
Geprüft wird hier: Diplomatie, Kooperationsfähigkeit, Ehrlichkeit und Einfühlvermögen

Wie beruhigen Sie einen aufgebrachten Mandanten?
Geprüft wird hier: Einfühlvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Konflikt(lösungs-)fähigkeit

Was sagen Sie über Ihren letzten Arbeitgeber?
Geprüft wird hier: Loyalität, Verantwortungsbewusstsein, Diplomatie

Weshalb sind Sie der/die Richtige für die Stelle?
Geprüft wird hier: Engagement, Zielstrebigkeit, Einsatzwille

Was können Sie gut/weniger gut?
Geprüft wird hier: Ehrlichkeit, Selbstreflexion, Kommunikationsfähigkeit

Wie beurteilen Sie unseren Internetauftritt?
Geprüft wird hier: Interesse, Auffassungsgabe, Urteilsvermögen, Beobachtungsgabe

Auf welche Arbeitsergebnisse in Ihrer jetzigen/letzten Tätigkeit sind Sie besonders stolz?
Geprüft wird hier: Urteilsvermögen, Selbstreflexion, Veränderungsbereitschaft, Einsatzwille

Was liest der Kanzleiinhaber aus Ihren Antworten?
Wie beruhigen Sie einen aufgebrachten Mandanten, wenn ich nicht im Haus bin?
Ihre Antwort (negativ): Ich versuche ihm zunächst seine Aufgebrachtheit zu nehmen, indem ich mich für den Vorfall entschuldige und anbiete den Sachverhalt sofort kulant zu bereinigen.

Wertung: Wenig Einfühlungsvermögen (kein Eingehen auf die Situation des Mandanten), Interesse fehlt, wenig konfliktfähig, da sofortige Entschuldigung und sofortige Zusage auf Kulanz.

Wie beruhigen Sie einen aufgebrachten Mandanten, wenn ich nicht im Haus bin?
Ihre Antwort (positiv): Ich bitte ihn höflich, ruhig zu sprechen und frage ihn nach dem Grund seiner Aufgeregtheit. Ich hinterfrage konkret den Sachverhalt bis ich ein vollständiges Bild von der Situation habe. Ich fasse das, was ich verstanden habe zusammen und lasse mir den Sachverhalt vom Mandanten bestätigen. Sollte ein Fehler seitens der Kanzlei vorliegen, entschuldige ich mich ausdrücklich dafür und drücke meine Betroffenheit aus. Liegt der Fehler nicht bei der Kanzlei, stelle ich dies auch klar und erkläre ihm, wie es zu dem Fehler kommen konnte oder überlege mit ihm gemeinsam. In beiden Fällen biete ich ihm meine Hilfe bei der Problemlösung an und sage ihm, dass ich mich sofort darum bemühe, den Sachverhalt zu klären.

Wertung: Einfühlungsvermögen (intensives Eingehen auf den Mandanten und sein Problem), Konfliktfähigkeit (Bewerber rudert nicht sofort zurück), Belastbarkeit (Bewerber bittet um Mäßigung und lässt sich ruhig den Sachverhalt erklären), Problemlösungsfähigkeit (geht den Dingen auf den Grund, betrachtet die Problemlösung ganzheitlich und denkt in organisatorischen Abläufen).


Allgemeine Tipps:
Gehen Sie auf die ausgeschriebene Stelle ein und schildern Sie Ihre Motivation für die Bewerbung

Beantworten Sie Fragen wie:
  • Was spricht Sie bei der Stelle besonders an?
  • Weshalb sind Sie der/die richtige/r Bewerber/in? (Persönliche Fähigkeiten, Vorkenntnisse )
  • Wie können Sie die Kanzlei bereichern?
  • Verwenden Sie Positiv-Wörter (statt "nicht schlecht" lieber "gut")
  • Stellen Sie Ihre Stärken heraus (Vergessen Sie nicht: Ihre Bewerbung ist Eigenwerbung!) 
  • Erzählen Sie nicht Ihren kompletten Lebenslauf nach, sondern erwähnen Sie nur für die Stelle relevante Bezüge
  • Gestalten Sie das Schreiben individuell, verwenden Sie auf keinen Fall ein Standard-Schreiben
  • Schließen Sie Ihr Schreiben positiv und direkt ab, zum Beispiel "Über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich." 
Beispielsätze:
Anrede:
Sehr geehrter Herr Meier,
Sehr geehrte Frau Becker,

Bezug auf die ausgeschriebene Stelle:
Wie ich auf der Webseite Steuerjobs.de ersehen konnte, suchen Sie für Ihre Kanzlei zum nächstmöglichen Termin eine engagierte Steuerfachgehilfe/in.

Vielen Dank für unser heute geführtes informatives Telefongespräch. Mein Interesse, bei Ihnen als Steuerfachgehilfin tätig zu werden, hat sich dadurch noch verstärkt.

Motivation für die Bewerbung:
Meine Motivation, mich bei Ihnen als Steuerfachangestellte zu bewerben, deckt sich mit Ihrer Anforderung, dienstleistend und gestaltend für Ihre Mandanten tätig zu werden.

Sie suchen einen Steuerberater/in, der/die Sie in Ihren Aufgaben als Kanzleiinhaber entlastet und Ihnen den Rücken frei hält. Da ich gerne selbständig arbeite, einen weiten Blick über den Tellerrand habe und gerne assistierend tätig bin, entspricht die Stelle in Ihrer Kanzlei genau meinen Vorstellungen.

Weshalb sind Sie der richtige Bewerber? (Stellen Sie Ihre für die Stelle relevanten Stärken und Fähigkeiten heraus!)
Da ich gerne Neues lerne, ein kommunikativer und höflicher Mensch bin und ein großes Interesse an Steuern- und Rechtsgebieten habe, gewinnen Sie mit mir genau den Mitarbeiter den Sie suchen.

Mein gutes analytisches Denkvermögen gepaart mit einem großen Interesse für die steuerlichen und rechtlichen Belange der Mandanten, befähigt mich für die Aufgabe als Steuerberater/in in Ihrer Kanzlei tätig zu werden.

Für die Stelle relevante Bezüge:
In meiner derzeitigen Beschäftigung als Steuerfachangestellte/r machen mir die Vorbereitung der Jahresabschlüsse und das Prüfen von Steuerbescheiden viel Freude. Die telefonische Beratung von Mandanten liegt mir sehr, insbesondere, wenn ich mit meinem Rat neue Impulse geben kann.

Als Steuerberater/in bin ich es gewohnt, Probleme der Mandanten schnell und unbürokratisch zu lösen. Präventative und ganzheitliche Beratung ist für mich selbstverständlich, deshalb bin ich der Überzeugung, dass ich Ihr Team gut verstärken könnte.

Abschluss:
Ich freue mich, wenn ich Ihr Interesse wecken konnte und wir uns in einem persönlichen Gespräch kennen lernen.

In einem persönlichen Gespräch würde ich Sie gerne von mir überzeugen und freue mich auf einen Vorstellungstermin mit Ihnen.


Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Einladung für ein Bewerbungsgespräch in Ihrer Wunschkanzlei erhalten. Jetzt gilt es sich sorgfältig auf dieses Gespräch vorzubereiten, denn eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete! Bereiten Sie sich auf den Tag des Einstellungsgesprächs vor sowie auf das Gespräch selbst.

Was Sie vorbereitend tun sollten:

Bewerbung:
  • Haben Sie Ihre vollständige Bewerbungsunterlage mit sich? Alle Bewerbungsunterlagen müssen lückenlos vorhanden sein!
  • Haben Sie sich Fragen zur Kanzlei und zu Ihrem Arbeitsverhältnis überlegt und notiert?
  • Haben Sie sich über die Kanzlei ausreichend informiert?
  • Haben Sie relevante Daten der Kanzlei notiert?
  • Kennen Sie Ihren Ansprechpartner? (Tipp: Prägen Sie sich den/die Namen ausreichend ein!)
Organisation:
  • Wie transportieren Sie die oben genannten Unterlagen? Welche Tasche nehmen Sie dafür? (Tipp: Nehmen Sie zum Beispiel eine gepflegt aussehende Aktentasche.) 
  • Nehmen Sie Notizblock und Stifte mit.
  • Haben Sie die genaue Adresse und einen Anfahrtsplan? Beachten Sie die benötigte Anfahrtszeit, Parkmöglichkeiten, ggf. Tank des Autos, evtl. bessere Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Planen Sie ein, dass Sie eine halbe Stunde vor Ihrem Termin vor Ort sind.
  • Legen Sie Ihre Kleidung am Vorabend zurecht.
Was Sie am Tag des Gesprächs vorbereitend tun sollten:
  • Äußeres: Achten Sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild (ggf. Rasur, Haare frisch gewaschen, saubere Nägel, ggf. Make-up etc.) 
  • Wählen Sie die Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen, die aber zur Situation passt (Tipp: Vor allem in der Steuerbranche wird auf ein adrettes Äußeres geachtet!) Wählen Sie also zum Beispiel einen bequemen Anzug, oder ein Kostüm in gedeckten Farben (Braun ist übrigens die Farbe für Kommunikation!)
Lampenfieber:
  • Eine mittlere Anspannung ist die Voraussetzung dafür, dass Sie im Bewerbungsgespräch in Topform sind. 
  • Keine Beruhigungsmittel geschweige denn Alkohol zu sich nehmen.
Mentale Vorbereitung:
  • Sagen Sie sich mehrmals laut vor: Ich schaffe das! Ich bin ruhig! Ich werde die Stelle bekommen!
  • Stellen Sie sich auf die Bewerbungssituation ein; Lassen Sie vor Ihrem geistigen Auge die Begrüßung und den Einstieg ins Gespräch ablaufen (Tipp: Üben Sie die Situation z.B. zu Hause mit Bekannten) 
  • Stimmen Sie sich positiv auf Ihren Gesprächspartner ein. Stellen Sie sich vor, dass er Sie als Bereicherung für seine Kanzlei betrachten möchte und dabei selbst unsicher ist, ob Sie zu ihm und dem Team passen.
Was Sie in der Kanzlei und bei dem Gespräch beachten sollten:

Empfang:
  • Stellen Sie sich schon am Empfang mit Ihrem Namen vor
  • Nennen Sie Ihr Anliegen und mit wem Sie sprechen wollen
Begrüßung durch den Kanzleiinhaber:
  • Stehen Sie bei der Begrüßung auf.
  • Halten Sie Blickkontakt.
  • Achten Sie auf einen festen (aber nicht zu festen) Händedruck.
  • Stellen Sie sich auch hier ggf. noch mal mit Ihrem Namen vor.
  • Setzen Sie sich erst, sobald sich Ihr Gegenüber gesetzt hat.
  • Bleiben Sie bei der Frage nach einem Getränk zurückhaltend. Das heißt nehmen Sie was Ihnen angeboten wird.
Rhetorik (Mimik, Gestik, Körperhaltung, Stimme, Sprache):
  • Seien Sie authentisch! (Lachen Sie zum Beispiel nicht, wenn es Ihnen nicht danach ist. Das wirkt schnell künstlich)
  • Blickkontakt halten.
  • Gleichen Sie sich in Ihrer Lautstärke und in der Körperhaltung Ihrem Gegenüber an.
  • Achten Sie auf eine ruhige und angemessene Gestik.
  • Achten Sie auf eine deutliche Aussprache.
  • Verwenden Sie keine Fremdwörter, von denen Sie die Bedeutung nicht kennen.
  • Reden Sie direkt, Negativbeispiel: Ich würde meinen, dass ich ganz gut mit anderen Menschen in Kontakt kommen könnte. Besser: Ich kann gut mit anderen Menschen in Kontakt treten.
  • Wer überzeugen will, muss positiv wirken. Achten Sie daher darauf Negativausdrücke zu vermeiden. Beispiel: Da habe ich nicht schlecht abgeschnitten. Besser: Da hatte ich Erfolg.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps und Tricks weiterhelfen konnten. Schön wäre es, wenn Sie auf Anhieb Ihren Wunschjob gefunden haben. Wenn dies nicht der Fall ist und Sie weiterer Bewerbertrainings bedürfen, besuchen Sie unsere speziell für die Steuer- und Finanzbranche ausgerichteten Seminare und/oder Coaching.



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